Nötige Behandlungen nicht verschieben

Dr. Rüdiger Friedrich, Chefarzt der Gefäßchirurgie rät dazu, wichtige Operationen nicht auf die lange Bank zu schieben
Dr. Rüdiger Friedrich, Chefarzt der Gefäßchirurgie rät dazu, wichtige Operationen nicht auf die lange Bank zu schieben

Aus Angst vor einer Corona-Infektion sollte niemand einen medizinisch notwendigen Krankenhausaufenthalt verschieben. Zu groß ist die Gefahr, lebensgefährliche Erkrankungen zu übersehen oder zu spät zu behandeln.

Erhebungen der Krankenkassen zeigen deutlich, dass sich viele Betroffene aus Angst vor einer Corona-Infektion derzeit nicht im Krankenhaus behandeln lassen – eine Entscheidung, die zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann.

Schon zu normalen Zeiten warten viele Menschen mit akuten Beschwerden zu lange, bevor sie ins Krankenhaus gehen. Doch die Corona-Pandemie hat diese Situation massiv verschlimmert: Es gibt eine ganze Reihe von Operationen, die zwar kein Notfall sind, aber trotzdem nicht auf die lange Bank geschoben werden können.

Es sind diese Patienten, die dem Chefarzt der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Ludwigslust, Dr. Rüdiger Friedrich, die meisten Sorgen machen: „Wie bereits im ersten Lockdown, so erleben wir auch in den letzten Wochen zunehmend, dass Patienten mit dringend behandlungsbedürftigen Krankheiten viel zu spät die entsprechende medizinische Hilfe in Anspruch nehmen”, sagt der Chefarzt und ergänzt: „Die Erfolgsaussichten ansonsten gut behandelbarer Krankheiten werden dadurch erheblich geschmälert. Die dann notwendigen Behandlungen gestalten sich wesentlich schwieriger, so dass sich der Krankenhausaufenthalt deutlich verlängert und auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie nicht selten in einer ansonsten vermeidbaren Amputation endet.“

Der Chefarzt kann die Angst der Menschen, sich im Krankenhaus mit der COVID-19 anzustecken, verstehen. Aber Sorge vor einem Aufenthalt im Krankenhaus müssten die Patienten dabei nicht haben. Es sei ein komplexes Sicherheitskonzept etabliert worden,  das Abstands- und  Hygieneregeln vorsieht, das strikte Trennen potenziell Infizierter und Nicht-Infizierter. Der Schutz von Patienten und Mitarbeitenden habe oberste Priorität. Darum müsse auch im Moment an der aktuellen  Besuchsregelung unverändert festgehalten werden. So ist das Besuchen der Angehörigen bis auf Weiteres nur in Ausnahmefällen gestattet.

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